TV-Kolumne: „Aktenzeichen XY… ungelöst“: Maddies Mutter appelliert: „Wir … – FOCUS Online

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dpa Im Gespräch mit Moderator Rudi Cerne gaben die McCanns einen Einblick in das, was sie durchleben, seitdem ihre kleine Tochter Maddie spurlos verschwunden ist

Seit mehr als sechs Jahren suchen die McCanns ihre Tochter Madeleine. Jetzt soll auch die deutsche Öffentlichkeit helfen. Bei ihrem Auftritt im ZDF bitten sie um Hinweise – und geben einen Einblick in das, was sie seit Jahren durchmachen.

Den reinen Fakten nach war schon vorab bekannt, was bei Aktenzeichen XY im Fall Madeleine McCann zu sehen sein würde. Schon zwei Tage zuvor lief in Großbritannien Crimewatch bei BBC – und nahm vorweg, was nun auch die ZDF-Sendung präsentierte: eine filmische Rekonstruktion des Entführungsabends. Einen Ermittler von Scotland Yard, der nun neue Spuren verfolgt, die auch nach Deutschland führen. Und die Eltern Kate und Gerry McCann, die selbst sechs Jahre nach der Entführung die Hoffnung nicht aufgeben, ihre damals dreijährige Tochter wiederzufinden.

Wie gesagt: Eigentlich war von dieser Aktenzeichen-XY-Ausgabe zu Maddie nichts Neues zu erwarten. Und doch war klar, dass es ein packender Abend werden würde. Weil die Entführung von Maddie der Alptraum aller Eltern ist.

Der Abend, an dem es geschah

Um 21.35 Uhr beginnt, nach anderen Verbrechensfällen, bei Aktenzeichen XY das Maddie-Drama. Natürlich mit diesem bekannten Foto, das ein kleines, blondes und sehr süßes Mädchen mit weit aufgerissenen Augen zeigt. Ein Film führt uns sodann eine – von Schauspielern dargestellte – Familie McCann vor, die als eine sehr glückliche Familie am 28. April 2007 in Plaia de Luz an der portugiesischen Küste eintrifft. Außerhalb der Ferienanlage Ocean Club beziehen sie ein Apartment im Erdgeschoss. Am 3. Mai bringen sie gegen 19 Uhr ihre drei Kinder ins Bett. Gegen 20.30 Uhr verlassen sie die Wohnung, um sich mit Freunden in einer etwa 50 Meter entfernten Tapas Bar zu treffen. Die Terrassentür ziehen sie nur zu, ohne sie abzuschließen.
Kurz nach 21 Uhr sieht Vater Gerry nach, ob alles ruhig ist und findet die Kinder friedlich schlafend. Eine halbe Stunde später horcht ein Freund, ob alles still ist, betritt das Kinderzimmer aber nicht. Wieder eine halbe Stunde später, gegen 22 Uhr, macht Mutter Kate einen Kontrollgang. Sie merkt, dass im Kinderzimmer das Fenster geöffnet und der Rollladen nach oben geschoben ist. Madeleines Bett ist leer.

„Sie ist Teil unseres Lebens, für immer“

In diese Chronologie sind immer wieder Erläuterungen der Eltern geschnitten. Sie sagen Sätze wie: „In nur einer Minute hatte sich unser Leben, das so perfekt erschien, in die schlimmste, vorstellbare Situation gewandelt.“ Oder: „Die schlimmsten Szenarien schossen uns durch den Kopf, etwa dass sie von einem Kinderschänder entführt wurde.“ Oder: „Ich dachte noch, wie süß sie ist und wie glücklich wir als Familie sind. Das war das letzte Mal, dass ich sie sah.“ Oder: „Sie ist Teil unseres Lebens, für immer. Wir sind zu fünft, auch wenn wir gerade nur zu viert sind.“

Nach dem gut 20-minütigen Film hat Aktenzeichen-XY-Moderator Rudi Cerne die McCanns live zu Gast im Studio. Für ein Gespräch, das nicht wirklich in Gang kommt. Leider stellt Cerne Fragen, die zu wenig führen. Deutlich wird nur, wie verzweifelt die Eltern hoffen. Es gebe schließlich keinen Beweis, dass Maddie tot sei, sagt der Vater. Es bringe ja nichts – so sagt er auch –, sich die Köpfe darüber zu zerbrechen, wie sie die Entführung hätten verhindern können. Das zerstöre nur die Beziehung. Sie wollten nach vorne sehen. Bei diesen Worten halten sich die McCanns entschlossen an der Hand.

Gesucht: Männer, die holländisch oder deutsch sprachen

Neben ihnen sitzt Scotland-Yard-Mann Andy Redwood. Er wiederholt nun bei Aktenzeichen XY, was schon durch BBCs Crimewatch öffentlich wurde: Die Ermittler suchen einen Mann, der gegen 22 Uhr mit einem schlafenden Kind auf dem Arm ganz in der Nähe des McCann-Apartments gesehen wurde. Bislang hatte man nach einem anderen Mann gefahndet, der kurz nach 21 Uhr ein schlafendes Kind eine Straße entlang trug – das erwies sich als falsche Spur. Ausfindig machen will Scotland Yard zudem einige Männer, die in den Tagen vor Madeleines Entführung auffielen, weil sie Apartments der Ferienanlage beobachteten. Sie sollen holländisch oder deutsch gesprochen haben. Redwood zeigt Phantombilder der Gesuchten.

Neu sind auch diese Bilder nicht. Und doch: Es bleibt sinnvoll, diesen Fall nochmals derart ausführlich in dem so emotionalen Medium Fernsehen zu schildern. Um aufzurütteln. Um dazu beizutragen, dass die Eltern nach all den Jahren womöglich doch noch den entscheidenden Hinweis erhalten. „Wenn Sie irgendetwas wissen“, fleht Kate McCann, „bitte trauen Sie sich und melden Sie sich. Wir brauchen Ihre Hilfe!“

 
 

 
 

Familie wendet sich an Entführer


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