Angst vor Zeitschriftenartikel: Gwyneth Paltrow im Kampf gegen “Vanity Fair” – STERN.DE

Vanity Fair, Hollywood, Gwyneth Paltrow

Früher beliebtes Covergirl, heute Feindin der US-Zeitschrift “Vanity Fair”: Schauspielerin Gwyneth Paltrow©

Es ist noch nicht so lange her, da ließ Schauspielerin Gwyneth Paltrow für die britische Ausgabe von “Vanity Fair” die Hüllen fallen. Im Juli 2011 posierte die Oscar-Preisträgerin für ein Fotoshooting mit der Zeitschrift. Nur mit einer Netzstrumpfhose bekleidet, die blanken Brüste mit den Händen verdeckt, blickte Paltrow in die Kamera. Insgesamt fünfmal ließ sich die Amerikanerin sogar für das Titelbild der “Vanity Fair” ablichten. Ein sechstes soll nun bald in den USA dazukommen. Gegen den Willen von Paltrow. Denn die 41-Jährige und das Traditionsblatt befinden sich im Streit.

Seit Monaten schwelt der Zoff zwischen der Schauspielerin und “Vanity Fair”-Chefredakteur Graydon Carter. Hintergrund ist eine angeblich wenig schmeichelhafte Geschichte über Paltrow, die Carter in Kürze veröffentlichen will. In einem Interview mit der britischen “Times” bestätigte der 64-Jährige vor wenigen Tagen, dass seine Redaktion an einer Geschichte über Paltrow arbeite und diese auch publizieren werde – mit oder ohne Zustimmung der Schauspielerin.

Carter, so heißt es, wolle “das wahre Gesicht” der Schauspielerin zeigen. Die Anfrage von “Vanity Fair”, ob man eine Titelgeschichte über sie schreiben dürfe, verneinte Paltrow. Stattdessen schickte die Schauspielerin eine E-Mail an einflussreiche Freunde. Die “New York Times” zitierte daraus die Sätze: “Wenn ihr um Stellungnahmen oder Zitate gebeten werdet, lehnt das bitte ab. Außerdem empfehle ich euch, nie wieder mit diesem Magazin zusammenzuarbeiten.” Einen Hinweis, den nicht alle befolgten. Musiker und Paltrow-Kumpel Jay-Z ziert beispielsweise das Cover der aktuellen November-Ausgabe.

Ganz Hollywood fragt sich nun: Was hat Gwyneth Paltrow zu verbergen? Warum fürchtet sie die Geschichte eines Magazins, für das sie in den Jahren zuvor gern und oft posierte? Chefredakteur Graydon Carter war sogar mal ihr Nachbar im New Yorker Stadtteil West Village. Die beiden verband eine kollegiale Freundschaft.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Paltrow setzt zunehmend auf Eigen-PR via Twitter und Facebook. Sie war einer der ersten Hollywood-Stars, die eine Internetseite gründeten, um das eigene Image zu steuern. Seit 2008 betreibt Paltrow die Website “goop”.

“Vanity Fair” dagegen machte zuletzt immer wieder mit kritischen Titelgeschichten Schlagzeilen. Lange Zeit war die Rechnung ganz einfach: Das Magazin publiziert Lobeshymnen auf Hollywood und erhält im Gegenzug die Gunst der Großen. Von Ava Gardner bis Angelina Jolie – sie alle zierten im Laufe der hundertjährigen Geschichte den Titel. Die jährlich von “Vanity Fair” veranstaltete “Oscar Party” gilt als wichtigste Feier des Jahres. Doch die jüngsten Reportagen über Tom Cruise und seine Verstrickungen mit Scientolgy sowie die schwierigen Dreharbeiten zu Brad Pitts Blockbuster “World War Z” sorgten in Hollywood für Missfallen.

Chefredakteur Carter sieht den Wirbel gelassen: “Wenn es nicht ein bisschen Spannung zwischen ‘Vanity Fair’ und den Stars geben würde, hätten wir unseren Job nicht richtig gemacht. Jede Woche beschwert sich jemand, sei es aus Hollywood, Washington oder von der Wall Street. Das ist der Lauf der Dinge.” Paltrows Versuch, die Publikation ihres Porträts zu verhindern, spornt Carter nur noch mehr an. “Sie zwingt mich gewissermaßen dazu”, sagt der 64-Jährige. Mit der Paltrow-Ausgabe ist in Kürze zu rechnen.


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